Anwalt Schmerzensgeld Glasscherbe Lünen

:: PRESSEMITTEILUNGEN ZUM THEMA "VERGESSENE GLASSCHERBE" ::

Bildzeitung vom 23. Juni 2006 – Vergessene Glasscherbe

DORTMUND – DER AZUBI MIT DEM RIESENSPLITTER IM HINTERN - JETZT GEHT’S UM VIEL GELD!

Ronny Salewski (21) aus Unna stürzte im November 2005 morgens schlaftrunken in sein Terrarium, rammte sich dabei neben vielen kleineren auch eine ganz große, spitze Glasscherbe in den Po. Der Skandal: 7 Monate blieb die 12 cm (!) lange Scherbe unentdeckt im Allerwertesten stecken, weil die Ärzte katastrophal versagten. Das Pfusch-Opfer: „Ich hatte starke Schmerzen, durchlitt Höllenqualen!“

Der Lehrling hat sich nun einen Anwalts genommen, will Klarheit, kämpft um sein Recht. Arzthaftungsexperte Stefan Hermann (40, Marl) vertritt ihn, sagte BILD: „Ronny konnte nicht mehr tanzen, Fußball spielen und Rad fahren. Auf der linken Gesäßhälfte hat er ein Loch, so groß wie ein Zwei-Euro-Stück. Wir fordern 42000 Euro Schmerzensgeld wegen des Pfuschs.“

Westfälische Rundschau vom 7. Juni 2006 – Vergessene Glasscherbe

VERGESSENE GLASSCHERBE

Unna/Dortmund - Eigentlich sollten Scherben ja Glück bringen. Vielleicht war es Glück im Unglück, das Ronny Salewski hatte, als er eine zwölf Zentimeter lange Scherbe aus seiner linken Pobacke zog. Sieben Monate steckte der Riesensplitter senkrecht in seiner Haut, ohne dass Ärzte dies bemerkten.

„Es hätte tatsächlich schlimmer kommen können“, ist sich Ronny Salewski aus Unna-Uelzen sicher. „Abgesehen von einer Blutentzündung hätte sich der Splitter tiefer in meinen Körper reinbohren können.“ Eigentlich wollte der 20-jährige im November des vergangenen Jahres an einem Samstagmorgen zum Fußballtraining. Das Terrarium seiner drei Wüstenrennmäuse stand auf dem Boden seiner Dortmunder Wohnung. Ob es Schlaftrunkenheit oder Kreislaufprobleme waren, weiß Ronny Salewski heute nicht mehr. Aber dass er plötzlich mit blutendem Gesäß in einem Scherbenhaufen saß. Rückwärts war er in das Glashaus seiner Wüstenrennmäuse gestürzt. Die Mäuse überlebten die Begegnung mit seinem Hinterteil. Im St. Josef Hospital in Dortmund–Hörde wurde die größte seiner Wunden zugenäht. „Ich wurde nicht geröntgt oder einer Computer-Tomographie unterzogen“, so der Auszubildende. Zwei Tage blieb Ronny Salewski zur Beobachtung im Krankenhaus. Dann wurde er entlassen. „Mir wurde gesagt, dass ich mit der Heilung der Wunde noch lange zu tun haben würde“, sagt Ronny Salewski. Darum ignorierte er die ständigen Schmerzen beim Sitzen, Laufen oder Fahrradfahren. „Ich dachte, das geht vorbei.“ Bis die Wunde vor vier Wochen wieder blutete. Um die ständigen Blutungen zu stoppen klebte er die Stelle auf seinem Hinterteil mit Paketband zu. „Sieben Monate auf den Tag genau war ich wieder beim Fußballtraining in Dortmund, als ich plötzlich ein Reißen hörte.“ Ronny Salewski brach das Training ab, und sah in der Umkleidekabine ein Glasstück aus seiner Haut hervorblitzen. Langsam zog er das dolchförmige Stück heraus und fuhr wieder ins Josef-Hospital nach Hörde. „Da wurde ich nach zwei Tagen aufgeschnitten und die Ärzte holten einen weiteren kleineren Splitter heraus“, so Salewski. „Scherben sieht man beim Röntgen nicht“, soll der Oberarzt ihm geantwortet haben, als er ihn fragte, warum er die Scherbe nicht beim ersten Mal gesehen habe. „Aber ein zwölf Zentimeter großes Stück direkt unter der Haut hätte man doch sehen müssen“, findet Ronny Salewski, „bei einem kleinen Splitter kann ich das ja noch verstehen, aber nicht bei diesem Geschoss.“ „Scherben können auf einem Röntgenbild erkennbar sein“ sagt Chefarzt Professor Dr. Josef Stern, Leiter der Chirurgischen Abteilung des Josef-Hospitals, das gestern zu keiner weiteren Stellungnahme bereit war. So langsam kann Ronny Salewski wieder sitzen. Trotzdem will er jetzt seinen Anwalt einschalten. Die bleibende Narbe wird ihn aber noch lange an die Tortur erinnern.
 

 

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